19.02.2017

Was wird aus der SMS?

07.02.2015 von · Artikel kommentieren 

Die Zahlen der versendeten SMS und MMS in Deutschland sind seit 2012 rückläufig. Bis dahin gab es in diesem Bereich ein ansehliches Wachstum bei der Nutzung, das aber 2012 endet. So wurden noch vor drei Jahren etwa 160 Millionen SMS pro Tag verschickt, im Jahr 2013 waren es gerade noch etwa 100 Millionen Kurzmitteilungen pro Tag und für 2014 geht man von etwa 78 Millionen SMS täglich aus. Die Prognosen für 2015 sehen diesen Trend nach unten auch 2015 fortgesetzt. Dabei sind viele der heute versendeten Nachrichten maschinelle Benachrichtigungen und weniger persönliche Kommunikation.

Der Grund dafür ist einfach: Die SMS hat massive Konkurrenz bekommen. Mit den Nachrichtendiensten von WhatsApp und Co. Lassen sich Gespräche besser führen als per SMS. Die Möglichkeiten sind vielfältiger (man kann beispielsweise Bilder oder Videos anhängen) und dazu ist der Dienst kostenfrei, während für SMS in der Regel noch um die 9 Cent berechnet werden.

Joyn als SMS Nachfolger weitgehend bedeutungslos

Die Netzbetreiber wollten ursprünglich die SMS aufwerten und entwickelten dafür den Nachfolger Joyn. Mit diesem Dienst können Kunden bei der Telekom, Vodafone und den anderen Betreibern ebenfalls Multimedia-Inhalte verschicken. Das sollte den Messergendiensten Konkurrenz machen. Allerdings ist dieser Versuch weitgehend gescheitert. Die meisten deutschen Kunden kennen nicht einmal den Namen und können noch weniger mit dem Dienst etwas anfangen. Das ist nachvollziehbar, denn auch Joyn ist kostenpflichtig und hat damit einen gravierenden Nachteil gegenüber den Messenger Apps auf den Markt. Der Erfolg der SMS wird sich damit bei Joyn aller Voraussicht nach nicht wiederholen.

SMS Tarife als Nebenprodukt

Der Mobilfunk-Markt hat mittlerweile auf diese Entwicklung reagiert und bietet Produkte an, die sich eher an den mobilen Internet-Nutzer richten als an SMS-Schreiber. Vergleicht man die aktuellen Flat auf dem Markt finden sich zwar häufig zwei bis drei zubuchbare Datenoptionen, die SMS-Flatrates haben sich aber kaum verändert. SMS Tarife sind oft direkt in den modernen Allnet Flatrates mit integriert und müssen nicht extra bezahlt werden. Spezielle Tarife für Power-Schreiber gibt es kaum nicht – zumindest nicht im SMS-Bereich.

Stattdessen haben sich einige Anbieter auf die Messengerdienste spezialisiert. So bietet Eplus im Prepaid Bereich mit der WhatsApp Sim einen speziellen Handytarif, bei dem das Datenvolumen von WhatsApp nicht berechnet wird. Man kann mit dieser Karte auch ohne Guthaben und ohne zusätzliche Datenkosten per WhatsApp Nachrichten verschicken.

Dieser Trend wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den folgenden Jahren fortsetzen. Die SMS wird zunehmend von moderneren Diensten abgelöst und damit werden auch die Nutzungszahlen weiter sinken. Ob die SMS ganz verschwinden wird ist aber eher fraglich, noch werden zu viele Systemnachrichten über den Dienst verschickt. Früher oder später wird es aber auch dafür eine Alternative geben.

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