11.02.2012

Springer kritisiert kostenlose Tagesschau-Applikation

22.12.2009 von Mtn · Artikel kommentieren 

Erst kürzlich war an dieser Stelle von den Plänen des Axel-Springer-Verlages bezüglich des boomenden Marktes für Handy-Applikationen zu lesen. In diesem Zusammenhang hatte der Konzern angekündigt, die Bildzeitung und die Tageszeitung Welt als kostenpflichtiges App aufs Mobiltelefon bringen zu wollen. Vor der eigentlichen Buchung des Apps haben die Handynutzer die Möglichkeit, den Service zu einem reduzierten Preis für einen ganzen Monat zu testen.

Im Hause Springer fürchtet man aber nun scheinbar um die eigenen Einnahmequellen. Anders wäre es kaum zu erklären, dass das Unternehmen von „einem befremdlichen Zustand“ spricht, wenn es um gerade erst vermeldetes Vorhaben der ARD geht. Das Erste kündigte nun an, die Tagesschau ebenfalls für das Apple iPhone anbieten zu wollen. Allerdings – und dies ist der Stein des Anstoßes im Hause Springer – will man bei der ARD die Applikation kostenlos für die Verbraucher anbieten. Im Klartext könnte das wiederum bei den Handynutzern für Befremden sorgen.

Denn es stellt sich die Frage, warum der Service von WELT und BILD kostenpflichtig ist, wenn die Angebote scheinbar genauso unentgeltlich angeboten werden könnten. In der Springer-Unternehmenszentrale wundert man sich jedoch vor allem darüber, wie die öffentlich-rechtlichen Sender mit den Gebühren noch weitere Angebote fürs Handy oder im Web bereitstellen können. Erwartet hatte man eher einen teilweisen Rückzug aus diesem schnell wachsenden Sektor oder alternativ die Aufstellung von kostenpflichtigen Apps.

Darauf hatte der Springer-Konzern insbesondere hinsichtlich der in der Planung befindlichen Gebührenumstellung gesetzt. Bei der ARD jedoch laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Schon im ersten Quartal des neuen Jahres soll tagesschau.de auch über das mobile Web – zumindest mit dem iPhone – verfügbar werden. So zumindest die aktuellen Statements von ARD aktuell-Chefredakteur Gniffke zu diesem Thema. Bei der ARD sieht man die Debatte um das eigene Angebot ohnehin weitaus weniger problematisch.

So betrachtet man das eigene Tagesschau-App eher als Ergänzung für die User und weniger als direkte Konkurrenz für die Leistungen der Verlage wie dem Springer-Konzern. Als Grund gibt man hier vorrangig die Tatsache an, dass das Angebot der ARD in diesem Bereich weniger weit gestreut ausfällt als das der Verlagshäuser. Promi-News und andere Nischenthemen will man also auch weiterhin BILD und Co überlassen. Auch auf dem Handy soll die Tagesschau also ihr gewohnt hohes Niveau jenseits der Regenbogenpresse behalten.

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