11.02.2012

Bald Warnhinweise auf Handys in USA?

21.12.2009 von Mtn · Artikel kommentieren 

Der Schutz von gesundheitlichen Risiken treibt immer buntere Blüten. Während hierzulande (wir berichteten erst kürzlich zum Thema der Studienergebnisse zur möglicherweise steigenden Hirntumor, die bisher keinen Anstieg der Erkrankungsfälle in Europa erkennen ließen) inzwischen bezüglich der Angst vor Handystrahlung wieder Ruhe eingekehrt ist, bleibt es vor allem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wie so oft umstritten, ob und wie auf die Risiken hingewiesen muss.

Bisher kennt man gerade bei der Kennzeichnung von Elektrogeräten Hinweise auf Gefahren, die beim Einsatz der Geräte auftreten können. Diese Hinweise gibt es in erster deshalb, weil in den USA schnell Millionenklagen auf die Hersteller zukommen können, wenn bestimmte Gefahrensituationen nicht ausführlich erwähnt werden. Eines der bekannten Beispiele für solch hanebüchene Klagen ist die Hundebesitzerin, die eine große Summe vor einem US-Gericht zugesprochen bekam, weil ihr niemand mitgeteilt hatte, dass sie ihren Hund nicht in den Herd zum Trocknen nach dem Waschen legen durfte.

Und so könnte die geplante Hinweispflicht wie im US-Bundesstaat Maine auch vor diesem Hintergrund gesehen werden. Gleich zu Jahresbeginn wird in Maine über einen aktuellen Gesetzentwurf entschieden, mit dem Hersteller dazu gezwungen werden sollen, die Handynutzer über eine mögliche Erhöhung des Krebs-Risikos aufzuklären. Dabei sollen die Hersteller nicht nur auf den Verpackungen – ähnlich den Hinweisen auf Zigarettenschachteln, wie man es auch bei uns kennt – angebracht werden.

Auch auf den Geräten selbst sollen die Vermerke auf Wunsch der Fürsprecher des neuen Gesetzesentwurfs zu finden sein. Verantwortlich dafür, dass sich die Abgeordneten überhaupt mit diesem Thema befassen müssen, ist Andrea Boland, eine Volksvertreterin aus den Reihen der Republikaner. Sie sieht ihre Pläne durch verschiedene aktuelle wissenschaftliche Studien zu den Gefahren für den menschlichen Organismus durch Mobilfunkstrahlung bestätigt. Als wesentlich betrachtet die Politikerin vor allem den Hinweis, dass Kinder und Schwangere generell den Kontakt mit Handys meiden sollten.

Auch entsprechende Grafiken könnten für noch mehr Aufmerksamkeit bei den Nutzern sorgen. Boland ist in den USA nicht die erste Politikerin, die einen Entwurf einbringen will. Auch im Bundesstaat gibt es vergleichbare Aktionen. Allerdings will man derzeit vor allem mit Angaben zu den SAR-Werten (hierbei werden grundsätzlich die Daten angegeben, die höchster Sendeleistung durch das Handy erzeugt werden) der Mobiltelefone warnen. Diese gesetzlichen Vorstöße sind vor allem für eines einmal mehr als Beweis zu werten: Je nach dem, welche Meinung die Politiker selbst vertreten, findet sich auch die passende Studie, um den Aussagen das nötige Gewicht zu verleihen. Und die Verbraucher sind so schlau wie zuvor und wissen einmal mehr nicht, woran sie bei der Gefahr durch den Handyeinsatz eigentlich ausgesetzt sind.

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