Kurznachrichten als gesundheitliches Risiko?
23.11.2009 von Mtn · Artikel kommentieren
Kritiker allzu hysterischer Warnungen vor gesundheitlichen Gefahren weisen im Falle der neuen Studie der Temple University der amerikanischen Stadt Philadelphia möglicherweise erneut darauf, dass manches nur deshalb überhaupt für Probleme sorgt, weil es bekannt gemacht wird. So könnte es im Falle der Studie zu den beliebten Kurznachrichten auf dem Handy ebenfalls eingestuft werden. Und dennoch lassen die Ergebnisse auf der Stirn vieler Mediziner Sorgenfalten entstehen.
Denn angeblich könnte das ständige Verfassen von SMS auf lange Sicht vergleichbare Haltungsschäden bei den Schreibern verursachen, wie es sonst vor allem bei Berufstätigen mit Computer-Jobs nach Jahren beklagen. Auch hierbei hielten viele Skeptiker die Warnhinweise von Forschern anfangs für Panikmache, Langzeitstudien haben inzwischen erkennen lassen, dass die wenig abwechslungsreiche Arbeit vor dem PC sehr wohl für den gesamten Körperbau Nachteile bringen kann.
Das renommierte Ergonomics and Work Physiology Laboratory hat nun unter Leitung seiner Chefin Judith Gold erste Vermutungen beweisen können, dass SMS-Verfasser ihren Körper bei großen Mengen (betroffen ist somit vor allem in der Altersklasser vom Teenager bis zum jungen Erwachsenen) der maximal 160 Zeichen umfassenden Handy-Botschaften durchaus einiges zumuten. Ausgelöst werden die durchaus mit der normalen Computerarbeit vergleichbaren Schäden vor allem durch die einseitige Belastung, der sich die Handy-Nutzer beim Schreiben der Nachrichten immer wieder aussetzen.
Während die Finger rasante Bewegungen vollführen, sind Rücken- und Schulterpartien nicht in Bewegung. Die Überlastungsschäden – so die Hypothese der Forscher – müssten angesichts der ähnlichen Bewegungsabläufe dementsprechend auch Parallelen aufweisen. Endgültige Ergebnisse in dieser Sache lassen noch auf sich warten. Untersucht werden die Probanten der Studie mit Bewegungsanalysen, der Messung der Herzfrequenz sowie mithilfe von Infrarot-Kameras. Das Zwischenergebnis weist darauf hin, dass das Schmerzniveau der Studien-Teilnehmer mit steigender SMS-Menge zunimmt.
Dass eine tatsächliche Vergleichbarkeit gegeben ist, darin sind sich aber beim besten Willen nicht alle Kollegen einig. Gegner der These halten die Bewegungsabläufe nur sehr bedingt für vergleichbar, weil beim Simsen nicht dauerhaft die von der Arbeit vor dem Bildschirm bekannte feste Haltung zu beobachten sei. Ein anderer Aspekt ist der Hinweis darauf, dass die Überbeanspruchungen (etwa auch der Augen) beim Computer mitunter auf die Geräte wie den Monitor zurückgeführt werden könnte. Kommt es hingegen infolge von reger SMS-Schreiberei zu Beschwerden an den Fingern oder der Hand, liegt dies am übermäßigen Gebrauch.
Probleme dieser Art lassen sich demnach ohne Schwierigkeiten vom Nutzer selbst vermeiden, indem man weniger SMS schreibt. Ohnehin darf nicht überwähnt bleiben, dass SMS in den USA – denn dort wird die Studie derzeit durchgeführt – noch deutlich beliebter sind als beispielsweise in Deutschland. Hier setzen sich die SMS-Flatrates erst allmählich durch bei den jungen Handy-Nutzern, während junge amerikanische SMS-Fans pro Monat gerne Mengen im vierstelligen Bereich verschicken.