11.02.2012

Telekom will Festnetz- und Mobilfunksektor zusammenlegen

20.11.2009 von Mtn · Artikel kommentieren 

Am gestrigen Tage fand einer Hauptversammlung der Telekom-Aktionäre statt. Im Rahmen dieses außerordentlichen Treffens der Anteilseigner wurde einerseits der Kauf des Unternehmens Strato beschlossen, um den eigenen Kunden noch mehr Qualität anbieten zu können. Darüber hinaus hatte man bei der Versammlung aber noch ganz andere Dinge zu beschließen, die für die Kundschaft in verschiedenen Sparten deutliche Verbesserungen soll in den kommenden Jahren.

Telekom-Chef Rene Obermann äußerte, dass eine Korrektur der bisherigen Strategien des Konzerns nötig seien, um zukunftorientierte Lösungen anbieten zu können, die auf den neuen Bedürfnissen der Kunden basieren müssten. Dazu sei eine Um- bzw. Neustrukturierung des gesamten Geschäfts in Deutschland nötig.

Das bedeutet im Klartext: Die Telekom will eine Zusammenführung ihres Festnetz-Angebotes mit dem Mobilfunk-Segment vornehmen, um Produkte aus einer Hand anbieten zu können. In der Retrospektive wirkt diese Entscheidung in gewisser Weise etwas verwirrend. Denn so lange ist es noch nicht mehr, dass mit der Sparte T-Mobile eine Abtrennung der Telekom Mobilfunk-Konzepte vom Mutterkonzern vorgenommen worden war. Für nötig hält man diesen Schritt dennoch.

Vor allem verspricht sich der Vorstandsvorsitzende Obermann von der Zusammenlegung der beiden bisher unabhängig arbeitenden Geschäftsbereiche eine noch stärkere Marktpositionierung, die üblichen Synergie-Effekte vermutlich ebenfalls vor Augen. Von einem enormen Potenzial spricht der Chef dementsprechend in diesem Zusammenhang. Allein im Bereich der Verwaltung erwartet das Unternehmen nach jetzigem Stand Einsparungen im Umfang von rund 200 Millionen Euro.

Noch bessere Verdienstmöglichkeiten sieht man beim Konzern bei den Kunden, die zwar bereits einen Festnetzanschluss oder einen Mobilfunkvertrag bei Telekom oder T-Mobile ihr Eigen nennen, sich nach der Zusammenlegung aber zusätzlich auf bequemem und schnellem Dienstwege mit einem Produkt aus dem jeweils anderen Geschäftsfeld ausstatten möchten. Aktuell verfügt nur etwa ein Fünftel der Telekom-Haushalte sowohl über einen Festnetz- als auch einen Handyvertrag beim Unternehmen.

Sollte sich nur ein Prozent der Kunden zu einer doppelten Vertragsbindung entscheiden, könnte dies nach Meinung Obermanns weitere 100 Millionen Euro in die Kasse der Telekom bringen. Da lohnt sich auch der Aufwand der Fusion, die man ohne die damalige Abspaltung des Tochterkonzerns T-Mobile heute gar nicht vornehmen müsste.

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