11.02.2012

Mobilfunkbranche als Europas Arbeitgeber der Zukunft?

05.11.2009 von Mtn · Artikel kommentieren 

Sollten die Experten beim Branchenverband VATM mit ihren Prognosen ins Schwarze treffen, könnte die deutsche Telekommunikationsbranche im Jahr 2010 mit deutlichen Rückgängen bei den Umsätzen konfrontiert werden. Zumindest verglichen mit den Ergebnissen des Marktes in diesem Jahr sehen die Vorhersagen weniger rosig aus. Den potentiellen Umsatzeinbruch geben die Analysten aktuell in einer Spanne von mindestens zwei und maximal drei Prozent an.

Den Grund sieht man insbesondere darin, dass die Sparten mit Breitband-Angeboten und den DSL-Anschlüssen weit gehend ausgeschöpft sind in der jetzigen Phase. Einen fortgeführten Preiskampf sieht Gerd Eickers, seines Zeichens Präsident des VATM, in erster Linie im Sektor Mobilfunk. Die Kunden wird’s freuen, sollten die Preise tatsächlich um bis zu fünf Prozent in den Keller gehen in den Monaten nach dem Jahreswechsel.

2009 könnte der Branche rund 62 Milliarden Euro Umsatz verschaffen. Hinsichtlich der internationalen Krisenstimmung nicht unbedingt schlecht, unterm Strich bleibt dieser Umsatz jedoch satte 3,6 Prozent hinter 2008 zurück. Gerade die sinkenden Tarife für Minutenpreise und SMS werden als Auslöser der schwächelnden Umsätze angeführt beim Branchenverband. Als so genannte Sättigungsgrenze im Bereich Mobilfunk bezeichnen Experten die Marke von 100 Millionen SIM-Karten. Diese Grenze hat man inzwischen fast erkannt.

Doch nicht überall fürchtet man sinkende Umsätze. So sieht man bei der GSMA – der renommierten Global System for Mobile Communications Association – gerade den Mobilfunkmarkt als die Zukunftstechnologie, die in Europa zusehends wichtiger werden wird. In einem eigenen Manifest, dem „European Mobile Manifesto“ hat die Organisation wesentlichen Marschrichtungen und Forderungen zu Papier gebracht, die für Europa in den kommenden Jahren den Weg zum Entwicklungsstandort ebnen soll. Die Mobilfunkbranche wird nach Auffassung der GSMA zukünftig noch mehr Arbeitsplätze bringen als es bisher bereits der Fall ist.

Rund 600.000 Arbeitsplätze bietet die Branche bereits, mehr als vier Millionen weitere Jobs könnten laut GSMA aber in den kommenden fünf Jahren europaweit noch zusätzlich geschaffen werden, indirekte Potenziale mit eingeschlossen. Die GSMA sieht sich als Vertreter von rund 800 Betreibern aus der weltweiten Mobilfunkbrache. Besonders wichtig sei es für die Zukunft vor allem, noch mehr Kundenfreundlichkeit und insbesondere Möglichkeiten für den Datenschutz zu schaffen. Diesbezüglich fordert die GSMA auch die EU zu mehr Kooperation auf. Denn immerhin halten die Wirtschaftsexperten ein Wachstum von fast 350 Milliarden Euro bis Ende 2015 für möglich. Auch die Extra-Einnahmen für die EU wären somit nicht zu unterschätzen für das BIP.

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