11.02.2012

Nokia will per Patentrecht am iPhone mitverdienen

24.10.2009 von Mtn · Artikel kommentieren 

Für die einen handelt es sich auf den ersten Blick um eine pure Neid-Aktion, andere sehen aus rein rechtlicher Sicht alle Argumente aufseiten des finnischen Mobilfunk-Herstellers und Marktführers Nokia. Das Unternehmen will auf dem Rechtsweg mit an den Einnahmen aus dem weltweit florierenden Verkauf des Apple iPhones profitieren. Der einzige Hersteller, der gerne ähnlich hohe Einnahmen wie Apple hätte, ist Nokia sicherlich nicht.

Doch die Chancen des Unternehmens stehen nach Einschätzung von Branchenkennern nicht schlecht. Im amerikanischen Bundesstaat Delaware erhob Nokia nun am vergangenen Donnerstag vor dem zuständigen Gericht Anklage wegen mutmaßlicher Verletzungen des Patentrechts. Die Vorgehensweise im Hause Nokia scheint auf den ersten Blick nun etwas merkwürdig. Denn statt den Vertriebs des iPhone stoppen zu wollen, sind die Finnen darauf erpicht, ihrerseits mit dem millionenfachen Verkauf die eigene Kasse aufzubessern.

Kein Wunder, denn der iPhone-Absatz ist weltweit ungebremst, bei steigender Tendenz seit Einführung des aktuellsten Modells. Es geht um insgesamt zehn Patente, die Apple bei der Produktion verletzt haben soll, ohne dabei Lizenzen vonseiten Nokias erworben zu haben. Neben technischen Voraussetzungen aus dem Sektor WLAN sollen auch bei den Ansätzen UMTS und GSM Verletzungen nachweisbar sein. Die Beweisführung soll aus dem einfachen Grund denkbar einfach sein, weil die Entwicklung nach Einschätzung der Nokia-Entwickler ohne die entsprechenden patentrechtlich geschützten Technologien schlichtweg nicht möglich sein.

Nicht erst mit der neuen iPhone-Generation soll laut Nokia eine Verletzung der Patente erfolgt sein, vielmehr habe Apple von Anfang an seit dem frühen Jahr 2007 die bestehende Rechtslage in dieser Sache mitachtet. Die späte Klageerhebung sei darauf zurückzuführen, dass Apple nach langwierigen Verhandlungen keine Kompromissbereitschaft signalisierte haben, begegnet man bei Nokia der Nachfrage nach der langen Wartezeit bis zum Einleiten der juristischen Schritt. Die Problematik an sich ist nicht neu.

Die ständig wachsenden Möglichkeiten der Smartphones sorgen dafür, dass man untereinander in der Hersteller-Branche auf die Nutzung von Lizenzen angewiesen ist, die Mitbewerbern gehören. Der normale Weg diesbezüglich ist nach Aussage von Insidern eine Zahlung von einigen Prozent des jeweiligen Verkaufspreises an die Lizenz-Eigentümer. Für den Fall eines Sieges vor Gericht könnte das für Nokia einen warmen Geldsegen bringen.

Bei rund 34 Millionen verkaufen iPhones könnte Nokia derzeitigen Schätzungen nach rund 200 Millionen US-Dollar extra einstreichen, als rückwirkende Summe für die Nutzung der Patente. Von den kommenden Einnahmechancen ganz zu schweigen. Nach Aussage von Nokia selbst nutzen derzeit rund 40 Unternehmen die patentierten Technologien des Herstellers. Angesichts zuletzt sinkender Verkaufszahlen sowie der nicht unbedingt optimalen Marktstellung im Bereiche der so genannten Smartphones kommt der Rechtsstreit für Nokia durchaus zum richtigen Zeitpunkt, wie die Branchenmedien aktuell zu berichten wissen.

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